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Beitrag vom 07.06.2019: Im Blickwinkel der radioEdi-Mitglieder - Hartmut Teil I

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Georg: Heute sprechen wir mit unserem radioEdi Mitglied Hartmut, der als sein Interessensgebiet Sport angegeben hat. Als wir uns in einer Redaktionssitzung darüber unterhalten haben, was genau wir aus diesem umfangreichen Gebiet als erstes herausgreifen könnten, kamen wir schnell auf die Internationalen Sportfeste in Krautheim zu sprechen.
Jutta: Hartmut gehört noch zu den Zeitzeugen der Internationalen Sportfeste in Krautheim, die zu den wichtigsten Veranstaltungen im europäischen Behindertensport zählten. Es war das zweitgrößte Sportfest im Europäischen Breitensport. Mehrere hundert Teilnehmer aus vielen Ländern waren dabei, für die Sportler aus dem Osten war es sogar oft die einzige Gelegenheit, aus zu reisen. Unter den Teilnehmern waren auch einige Spitzensportler.
Georg: Wie wir recherchiert haben, war das erste Rollstuhlsportfest 1970. Hartmut kannst du dich noch an dein erstes Sportfest erinnern?
Hartmut: Als ich 1991 hierher nach Krautheim kam habe ich direkt mein erstes Sportfest hier erlebt.
Jutta: Hartmut kannst du uns etwas zu der Entstehungsgeschichte erzählen.
Hartmut: Mein Mitbewohner Robby hat mir viel darüber erzählt, denn Robby hat die Anfänge der Sportfeste miterlebt. Die Initiatoren der ersten Stunde waren Eduard Knoll und Peter Strohbach, die gemeinsam die Versehrten Sportgemeinschaft Krautheim (VSG Krautheim) gegründet haben. Eduard Knoll ist nicht nur der Namensgeber unseres Wohnzentrums sondern auch der Gründer und von Anfang an war Peter Strohbach der Vorsitzende der VSG.
Georg: Was weiß man über die Absicht der beiden, aus welcher Idee heraus sie einen Sportverein und die Sportfeste gegründet haben.
Hartmut: Eduard Knoll hat ein ganz neues Selbstbewusstsein geschaffen. Damals wurden Menschen mit Behinderung oft noch als Krüppel bezeichnet und als Randgruppe angesehen. Knoll hat den Leuten ganz konkret vermittelt, dass Menschen mit Behinderung auch etwas Sinnvolles leisten können und nicht nur auf ihre Behinderung reduziert werden sollen.
Jutta: Der Gedanke hört sich sehr gut an, aber da fragt man sich natürlich, wie die beiden die Umsetzung geschafft haben.
Hartmut: Wenn man bedenkt, dass es zu dieser Zeit noch keine Computer gab, man z.B. noch keine E-Mails schreiben konnte, kann man sich das heute gar nicht mehr richtig vorstellen. Alles musste handschriftlich abgewickelt werden. Unterstützung hatten die beiden aber auch vom Behindertenverband, den Eduard Knoll hier in Krautheim gegründet hat.



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