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Beitrag vom 19.02.2016: Hans im Glück - aus Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm Teil II

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Nach einer Weile gesellte sich eine junge Magd zu ihm, die eine weiße Gans unter dem Arm eingeklemmt hatte. Nach einiger Zeit erzählte Hans ihr, wieviel Glück er bis jetzt beim Tauschen gehabt hatte. Die junge Magd sagte

Magd: Ich bin zu einem Kindstaufessen unterwegs. Haltet mal die Gans, wie schwer sie ist, sie wurde die letzten acht Wochen gut gefüttert. Die gibt bestimmt einen leckeren Braten ab.

Erzähler: Bei dieser Aussage nickte Hans mit dem Kopf und sagte

Hans: Ja, da hast du wohl recht.

Erzähler: Daraufhin deute die Magd noch auf das Schwein und meinte

Magd: Mit dem kommst du aber nicht weit, so ein Schwein ist dem Bürgermeister im letzten Dorf durch das ich gekommen bin, gestohlen worden, und nun sind Suchmannschaften ausgeschickt worden. Wenn die dich finden, geht es dir an den Kragen, ob du schuldig bist oder nicht.

Erzähler: Bei diesen Worten wurde es dem armen Hans ganz mulmig zu Mute. Aber da sprach die junge Magd schon weiter

Magd: Ich nehme dir das Schwein ab und du bekommst dafür meine Gans, und kannst unbekümmert deines Weges ziehen, denn ich habe es nicht mehr weit.

Erzähler: Nachdem sie geendet hatte, übergab sie Hans die Gans und nahm dann das Schweinchen am Strick und lief eilig auf einem Seitenpfad des Weges davon. Zurück blieb Hans mit die Gans und die beiden zogen fröhlich weiter. Als er durch ein Dorf kam, stand da ein Scherenschleifer mit seinem Karren. Hans sah ihm eine Weile zu, wie er Scheren, Messer und noch einiges mehr schliff. Endlich redete er ihn an

Hans: Euch geht es ja ziemlich gut wie ich sehe.

Erzähler: Der Scherenschleifer erwidert

Scherenschleifer: Selbstverständlich, mein Handwerk hat goldenen Boden und ich habe immer genug Geld in der Tasche. Aber wo habt ihr die schöne Gans gekauft?

Erzähler: Da sagte Hans

Hans: Die Gans habe ich nicht gekauft, sondern gegen ein Schwein eingetauscht, und das Schwein gegen eine Kuh, die Kuh gegen ein Pferd und das Pferd gegen einen Klumpen Gold den mir mein Herr nach sieben Jahren guten Dienstes gegeben hat.

Erzähler: Daraufhin sprach der Scherenschleifer

Scherenschleifer: Wie ich sehe, habt ihr wirklich immer gut getaucht. Was kann ich für die Gans eintauschen?

Erzähler: Wie aus der Pistole geschossen antworte Hans

Hans: Ich würde gern ein Scherenschleifer sein, doch mir fehlt das nötige Zubehör.

Scherenschleifer: Wenn ihr weiter nichts braucht, ich habe noch einen alten Schleifstein den ihr haben könnt, und hier habt ihr noch einen ganz besonderen etwas kleineren Schleifstein

Erzähler: und nahm einen Stein der am Boden lag, und drückte ihm Hans in die Hand. Bis über beide Ohren grinsend gab Hans dem Scherenschleifer die Gans. Als er schon ein Stück des Heimweges gegangen war, die Steine waren nicht leicht, bekam er großen Durst. Da kam er an einem Feldbrunnen vorbei und legte seine schwere Last auf dem Brunnenrand ab, damit er etwas Wasser schöpfen konnte. Dabei stieß er versehentlich an die Steine, die ins Brunnenwasser fielen und gleich in der Tiefe verschwanden. Als Hans das sah, sprang er auf, ging ein paar Schritte, fiel auf die Knie und sprach

Hans: Danke lieber Gott, dass du mich von dieser nicht so leichten Last befreit hast.

Erzähler: Danach stand er auf und trat gutgelaunt die restliche Strecke zu seiner Mutter an.